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Die Frau steht vor dem Baum. Obwohl sie ihn schon tausende Male gesehen hat, betrachtet sie ihn jetzt mit ganz anderen Augen. Sie ist fasziniert. Sie ist unschlüssig.Sie ringt mit sich. Kalter Schweiß steht ihr auf der Stirn und Zweifel im Gesicht. Wem soll sie glauben, wem vertrauen? Und je länger sie schaut, um so mehr begehrt sie die Frucht - und das, was sie ihr ermöglichen wird: Gott gleich sein!

Wir kennen die Geschichte, denn der Rest ist Geschichte. Oft habe ich mir gewünscht in dem Augenblick hinter Eva zu stehen und zu schreien: "Bist Du närrisch?" Aber auch unser Stammvater Adam langt völlig bedenkenlos zu. "Oh, Essen - hampf..." Typisch Mann! Man möchte die beiden liebevoll umarmen und ordentlich würgen!

In diesem Traum von einem Garten hatten die beiden alle Freiheiten. Sie konnten tun und lassen, was sie wollten. Es gab nur eine einzige Einschränkung: Finger weg von dem verfluchten Erkenntnisbaum! Und ich frage mich: Warum um Himmels Willen haben die beiden nicht bei dem anderen Baum zugelangt? Ich meine den Baum daneben - den Baum des Lebens? Alles wäre anders gelaufen und uns wäre Kummer und Leid erspart geblieben.   
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