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Es ist zum Schreien! Wir geben uns die allergrößte Mühe und planen eine Veranstaltung für gemeindeferne Menschen - und niemand kommt. Wir versuchen Leute einzuladen und sie denken, wir wollen sie ausrauben oder mindestens ihre Zeit stehlen.

Warum? Wir bieten ihnen Lösungen, die sie gerade nicht suchen. Dabei könnten wir wesentlich bessere Ergebnisse bei unseren Mitmenschen erzielen, wenn wir mit einem konkreten Problem anfangen würden, das sie gerade selbst bewegt. Denn wir sind darauf angelegt, Lösungen für unsere Sorgen und Nöte zu finden.

In diesem Artikel möchte ich Euch Manfred vorstellen und an seinem Beispiel zeigen, warum wir so oft an unseren Zeitgenossen vorbei reden. Dann werde ich zeigen, wie wir uns besser in seine Lage versetzen können. Zu guter Letzt wenden wir das Gelernte an und versuchen Manfred noch einmal zu unserer Veranstaltung einzuladen. Das Wichtigste findet Ihr wieder zusammengefasst am Ende dieses Artikels. Und los geht's: 
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Manfred geht von der Arbeit nach Hause. In seinem Kopf spielen seine Sorgen und Probleme ein munteres Fußballmatch, während die Gefühle auf den Rängen randalieren. Auf der Arbeit läuft es einfach schlecht. Ein jüngerer Kollege ist auf seinen Job aus und lässt ihn immer wieder bei seinem Chef schlecht aussehen. 

Aber auf zu Hause freut er sich auch nicht. Denn seine Freundin ist ziemlich unzufrieden mit ihrer Beziehung. Und dann ist da noch der Geburtstag ihrer gemeinsamen Tochter Emily. Leider reicht das Geld in der Kasse nicht, um ihre Wünsche zu erfüllen. Deshalb hält sich Manfred für einen ganz schlechten Vater. Und das sind nur die Top 3 seiner langen Liste mit Themen, die ihm Nachts den Schlaf rauben.

Sein Fluss an Gedanken wird jäh unterbrochen als eine junge Frau ihn plötzlich von der Seite anspricht. In ihrem Gesicht spielt sich eine unangenehme Anspannung wieder, als sie Manfred tapfer einen auf farbigen Papier kopierten Zettel entgegen hält. Sie fragt: "Hätten Sie nicht eventuell Lust unsere Themenabende zu den großen Fragen des Lebens zu besuchen? Der Eintritt ist kostenlos!" 

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Noch bevor Manfred versteht, was sie da sagt, hört er sich bereits "Nein!" brummen. Schnell geht er zur Seite und lässt die Frau stehen. Als er zurück blickt, sieht er kurz ihr Gesicht, bevor sie sich dem nächsten Passanten zuwendet. Wieder jemand, den er enttäuscht hat.

Was ist schief gelaufen? Hätten die Themenabende Manfred nicht helfen können? Haben wir keine Lösungen für die Probleme unserer Mitmenschen anzubieten? Doch, absolut! Aber wir machen den gleichen Fehler, wie viele Unternehmen und Vereine. Wir bieten eine Lösung, ohne das Problem zu kennen. Und das funktioniert so nicht!

Unser Gehirn hat eine sehr begrenzte Kapazität. Erste Priorität haben dabei unsere Probleme - denn unser Gehirn versucht unentwegt dafür Lösungen zu finden. Darum sind wir oft so zerstreut und unkonzentriert, wenn wir mit Sorgen beladen sind. Unsere Ressourcen sind schon in Beschlag. Aber gleichzeitig sind wir übersensibel für mögliche Auswege aus diesen Nöten. Wir suchen ja ständig danach. 

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Deshalb ist es so wichtig, bei den Problemen der Menschen anzufangen. Wir müssen sie da abholen, wo sie gerade sind. Woher sollen wir die Nöte der Menschen kennen? Indem wir uns die Zeit nehmen, einige von ihnen kennen zu lernen. Fragen stellen und zuhören und lernen.

Nehmen wir unsere Themenabende. Das fängt mit der Planung der Themen schon an. Wen wollen wir konkret ansprechen? Wer ist unsere Zielgruppe für die Veranstaltung? Studenten, wie bei Pascal Funk und seinem Team? Oder Alleinerziehende? Oder kinderreiche Familien? Wir müssen uns für eine Zielgruppe entscheiden. Nicht zwei oder drei - eine!

Und jetzt suchen wir uns eine bestimmte Person aus diesem Umfeld aus. Zum Beispiel Gerhard, der Vater von drei Kindern. Er kommt nicht in die Gemeinde, aber zwei seiner Kinder besuchen den Kindergottesdienst. Setzt Euch mit ihm an den Küchentisch oder in die Kneipe und hört ihm zu. Was sind seine Probleme? Wie sieht sein Alltag aus? Und dabei überlegt Ihr: Was können wir ihm anbieten? Was können wir Gerhard von Jesus sagen, dass ihm wirklich eine Hilfe ist? Kindererziehung? Umgang mit der Partnerin? Geldsorgen? 

So kommt Ihr auf Eure Themen. Und nun zurück auf die Straße. Diesmal fangen wir mit dem Problem an. 

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Manfred schlurft lustlos die Fußgängerpassage entlang, als er plötzlich von einer jungen Frau angesprochen wird. Er schreckt regelrecht hoch, als sie sagt: "Immer mehr Männer fühlen sich von den Erwartungen in Beruf und Familie überfordert. Geht Ihnen das auch so?" Er fühlt sich ein bisschen ertappt. Unsicher sagt er: "Manchmal schon." 

Sie lacht ermutigend und sagt "Dann möchte ich Sie gern zu unserer Themenwoche 'Spannungsfeld Familie und Beruf' einladen. Unsere Referentin Frieda Mühlheimer ist selbst Mutter von zwei Kindern. Sie erzählt, wie sie es schafft, sowohl Ihrer Familie als auch ihrem Beruf gerecht zu werden und wie ihr Glaube ihr dabei hilft. Die Abende sind übrigens kostenlos. Die Termine und alle Infos finden Sie hier auf diesem Flyer. Vielleicht können Sie sich ja einen Abend frei nehmen? Ihre Kinder können Sie gern mitbringen, sie werden in dieser Zeit von unseren Mitarbeitern betreut."

"Danke!" sagt Manfred, nimmt den Zettel und geht lächelnd weiter. 'Vielleicht mache ich das ja wirklich. Und wenn es nur ist, um einen Abend mal raus zu kommen.' denkt er und wirft einen Blick auf den Flyer. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn wir Lösungen anbieten, ohne die Probleme zu kennen, verschwenden wir unsere Zeit und werden ignoriert.
  • Unser Gehirn sucht ständig nach Lösungen für unsere persönlichen Nöte. Wenn wir die Probleme unserer Mitmenschen benennen und ihnen danach eine Lösung dafür anbieten, haben wir auf jeden Fall ihre Aufmerksamkeit.
  • Wir erfahren von den Schwierigkeiten unserer Zeitgenossen, indem wir uns die Zeit nehmen, einige von ihnen kennen zu lernen.
  • Wenn wir unsere Angebote auf die Sorgen und Fragen der Menschen ausrichten, die wir erreichen wollen, verbessern sich unsere Aussichten auf Erfolg dramatisch.

Eure Meinung ist gefragt:

Welche Fragen beschäftigen die Menschen in Eurem Umfeld wirklich? Was habt Ihr unternommen, um Eure Nachbarn oder Arbeitskollegen persönlich kennen zu lernen? Was hält Euch zurück?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir einen Kommentar hinterlasst. Wenn Ihr meine Anregungen hilfreich fandet, teilt sie doch mit Euren Freunden und Bekannten bei Facebook und Twitter. Nutzt dazu gern die Buttons direkt unter diesem Artikel. Danke für Eure Unterstützung.

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