Hirn Blackout
"Du verdammtes Drecksding, hast Du nicht gecheckt, dass es mir heute verdammt schlecht ging? ... Schick mir ein Hormon, das mich kickt und dann an Deck zwingt!" Peter Fox singt hier von seinem Großhirn. Die Situation ist mir vertraut. Ich sitze vor dem Rechner und die Zeit sitzt mir im Nacken. Aber in meinem Gehirn bleibt es still. Ich starre mit leerem Blick auf ein weißes Dokument, während die Minuten davon fließen, wie der Sand in der Sanduhr.

Meistens nehmen wir unsere Fähigkeit zu Denken als selbstverständlich hin. Bis zu dem Zeitpunkt, wo wir eine regelrechte Denkblockade verspüren und nichts mehr geht. Aber wenn wir mehr verstehen, wie unser Gehirn tatsächlich funktioniert, können wir wesentlich produktiver sein und das mit weniger Anstrengung und Qual.

Also, wenn Du auch nicht verstehst, warum Dein Gehirn manchmal nicht wie erwartet abliefert und Du Dir wünschst Dein Denkorgan mehr zu verstehen, um besser damit umgehen zu können, dann habe ich hier einen Buchtipp für Dich, der Dir weiter helfen kann. 
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"Brain at Work" von David Rock ist ein sehr spannend geschriebenes Buch über unser Gehirn und insbesondere über die Vorgänge, die nach dem heutigen Stand der Forschung darin ablaufen. David Rock ist kein Neurologe, er ist Unternehmensberater. In drei Jahren führte er Interviews mit über 30 der führenden Neuro-Wissenschaftler in den USA, Europa und Asien. Über 300 Forschungspapiere hat er in sein Werk einfließen lassen. Außerdem hatte er drei Symposien zum Thema "Gehirn und Arbeitsplatz" organisiert. 

Das Ergebnis ist nicht wissenschaftliches Geschwafel sondern ein Buch, dass mich schwer begeistert hat. Dabei schilder David einen Tag im Leben von Emily und Paul in kurzen Szenen. Erst läuft alles schief. Dann erklärt David, was im Gehirn passiert und wie es reagiert. Zum Schluss wird die Szene wiederholt. Nur diesmal wissen Emily und Paul über ihr Gehirn Bescheid. Das motiviert natürlich, die Konzepte selbst auszuprobieren. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es deshalb eine kurze Zusammenfassung und einige Tipps zum Ausprobieren.

Am Anfang war ich schon ein bisschen skeptisch, ob mir diese Tipps von "Brain at Work" wirklich weiter helfen würden. Ich habe mich in der Vergangenheit als extrem vergesslich erlebt. Auch ist es mir sehr schwer gefallen, meinen Tag zu strukturieren. Dadurch hatte ich manchmal das Gefühl sehr unproduktiv zu sein. Aber mir fehlte einfach die notwendige Energie. 

Informationsüberlastung
Aber wenn ich die Geschichten von Emily und Paul gelesen habe, hatte ich immer wieder richtige Aha-Momente. Plötzlich wurde mir klar, warum ich manche Dinge nicht auf die Reihe gekriegt habe. Die Tipps sind vielleicht nicht immer neu - aber es hilft mir sehr, zu verstehen, warum etwas ist, wie es ist.

Ein Beispiel: Das erste, was ich Morgens machte, wenn ich am Rechner saß, war, meine Emails zu checken. Wenn ich sie dann gesichtet habe, fühlte ich mich schon überfordert. Danach war ich nicht mehr sonderlich motiviert, den Tag zu beginnen. Mit meinem Smartphone wurde es schlimmer. Sobald eine Email herein kam, machte es Ping. Dann habe ich unterbrochen, was immer ich gerade getan oder gedacht habe und mir diese Email angesehen.

Nach dem Lesen von "Brain at Work" mache ich das anders. Ich habe verstanden, dass Denken und Planen ein energiehungriger Prozess ist, den ich nicht beliebig lang ausüben kann. Ich muss mir meine Ressource "Gehirn" gut einteilen. Unser Gehirn verbraucht Glukose beim Denken - deshalb wurde ich zum Frühstücker.  

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Mein Arbeitstag beginnt jetzt mit dem Planen der Woche oder des Tages. Ich habe mein Smartphone so eingestellt, dass es nicht mehr pingt, wenn Nachrichten herein kommen. Wenn ich weiß, dass ich viel zu Denken habe, stelle ich mein Telefon auf lautlos. Und wenn ich denke, dass es mir schwer fallen wird, mich zu konzentrieren, gehe ich in die nahe gelegene Bibliothek - da habe ich keinen Internetzugang.

Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass ich "Brain at Work" gelesen habe. Es hat mich in die Lage versetzt, meinen Alltag effektiver zu gestalten und mir ermöglicht produktiver zu werden. Es ist eines der Bücher, die ich immer wieder aufschlage, um etwas noch einmal nachzulesen. Deshalb empfehle ich es jedem weiter, der mehr darüber wissen möchte, wie unser großartiges Gehirn funktioniert.

Viel Spaß beim Lesen! 

Du bist gefragt:

Was stellst Du so an, um Ordnung in Dein Leben zu kriegen? Wenn Du irgendwelche Tipps hast, schreibe mir doch einen Kommentar. Ich würde mich freuen. 

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