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Foto by problembär
Vor einigen Wochen hatte ich darüber geschrieben, wie Deutschland Christian Wulff als Sündenbock benutzt. Dabei macht der Blogeintrag von Torsten Zeiß klar, dass es dabei nicht darum geht, Wulff als unschuldig gelten zu lassen. Ein schuldiger Sündenbock ist sogar noch besser geeignet. Ob Christian Wulff schuldig ist, das wird wohl demnächst entschieden werden. Er wird sich für seine vielfältigen und auch fragwürdigen Beziehungen zu verschiedenen Geschäftspartnern und Freunden verantworten. Und die Medien werden das Spektakel begleiten. 

Häme ist unangebracht, finde ich. Wir sollten uns davor hüten, mit Fingern auf ihn zu zeigen. Ohne Frage, wenn er schuldig ist, hat er das Amt des Bundespräsidenten entehrt. Es ist nicht zu entschuldigen, wenn ein Politiker die ihm gesteckten Grenzen überschreitet und dann alles verschleiert. Aber das betrifft nicht nur Christian Wulff.  
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Was wäre, wenn auch andere Politiker seinen Rücktritt als Anlass dafür nehmen würden, ihre unrechten Machenschaften öffentlich zu machen und die politischen Konsequenzen dafür zu tragen? Und dann würden Richter folgen, die ungerecht gerichtet haben. Beamte, die ihre Macht missbraucht haben. Und Eltern, die ihre Kinder vernachlässigt haben ...

Korruption und ungerechte Vorteilsnahme ist nicht nur für Bundespräsidenten tabu. Wir sollten uns mit dem gleichen Maßstab beurteilen, den wir auch an andere - insbesondere an Vorbilder anlegen. Denn was für ein Vorbild ist das, dem niemand nachstreben will? Es muss uns allen bewusst sein, dass jeder von uns für sein Leben Rechenschaft ablegen wird, egal, ob wir Wulff oder Meier heißen.

Unser Leben wird bewertet von einem, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Wir werden eines Tages selbst vor einem Gericht stehen und die Akten über uns werden aufgeschlagen. Verschleiern wird uns nichts nutzen - alles wird offen gelegt sein vor Gott. 

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Ich weiß, wie das Urteil über mein Leben lauten wird: schuldig. Ich habe gelogen, betrogen, geklaut. Ich bin nicht stolz auf die Dinge, die ich angestellt habe. Wenn es zu einem Verfahren gegen Wulff kommt, dann wird er sich unter Garantie einen Anwalt nehmen, der ihm beisteht. Wenn ich vor Gott stehe, werde ich auch einen Anwalt brauchen.

Jesus Christus ist dieser Anwalt für mich. Auf ihn setze ich mein ganzes Vertrauen. Er wird mich nicht unschuldig aussehen lassen. Er wird keine Ausreden und juristischen Winkelzüge brauchen, um mich rauszuhauen. Er wird sagen: "Dominique ist in allen Anklagepunkten schuldig! Aber ich habe seine Strafe bereits auf mich genommen und habe sie verbüßt. Seinetwegen bin ich ans Kreuz gegangen und wurde für seine Verbrechen bestraft." Und Gott, der Richter wird sagen: "Dann ist es genug. Dominique, du bist frei!"

Es wäre einfach großartig, wenn der Rücktritt von Christian Wulff dazu führen würde, dass wir uns als Volk an unsere eigene Nase fassen. Wenn viele die Chance ergreifen würden, ihre Schuld zu bekennen, anstatt so zu tun, als beträfe das nur die anderen. Nicht Häme ist angebracht, sondern Buße - also Umkehr.

Denn nach der Buße kann Vergebung folgen und ein Neuanfang. Ich danke Christian Wulff und seiner Frau für ihren Dienst an unserem Land. Ich wünsche ihm und uns allen den Mut zu unseren Verfehlungen zu stehen, Schuld zu bekennen und dann die Erfahrung, Vergebung zu erfahren. 

Und was meinst Du zum Rücktritt von Christian Wulff?

Wenn Du das auch so siehst, freue ich mich über einen Kommentar von Dir. Auch wenn Du ganz anderer Meinung bist, bin ich gespannt auf Deine Gedanken. Wenn Dir der Artikel gefällt, dann teile ihn doch bei Facebook, Twitter und Co. mit deinen Freunden. Die entsprechenden Buttons findest Du, wie immer, unter diesem Artikel.

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Comments

Horst Kalupner
17/02/2012 12:22

Soweit sehr gut! Ich bete für Wulff, dass er die Größe und Stärke der
Demut aufbringt, öffentlich um Vergebung zu bitten im Namen Jesu,
dann würde er wieder ganz neu Vorbild.

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18/02/2012 13:34

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Für mich gilt zunächst die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen wurde. Wenn Herr Wulff sich etwas zuschulden hat kommen lassen, dann hoffe ich auch, dass er den Mut hat, das zu bekennen. So wie ich es für mich und uns alle hoffe.

Ob es uns bewusst ist oder nicht, letztlich ist jeder von uns ein Vorbild für jemand anderen. Aber gerade darin steckt auch eine große Chance, finde ich.

Schönes Wochenende und Gottes Segen! :-)

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HT
26/02/2012 09:04

Auffällig ist der Hass, der in Kommentaren im Internet und auch im politischen Raum zu spüren ist. M.E. ist das Mobbing in Reinkultur. Eine Blaupause für alle Schüler, die sagen können, die Alten machen es doch auch nicht anders.- Bevor irgend etwas genau geklärt ist, sind alle Bescheidwisser und fühlen sich sehr gut dabei. unabhängig davon, was Herr Wulff gemacht hat - dieser Punkt ist mir eigentlich entscheidend. Fast alle finden dies Hatz und das Mobbing ganz richtig, sie merken gar nicht was sie tun.

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26/02/2012 13:01

Lieber HT,

danke, dass Sie das so auf den Punkt gebracht haben. Wir müssen uns tatsächlich fragen, welches Vorbild wir für andere in dieser Sache abgeben. Ganz zu schweigen davon, dass diese Art von respektlosem Umgang scheinbar gleich auf den designierten Nachfolger übertragen wird...

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